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Eltern und Wut – Wenn die Nerven blank liegen

Eltern und Wut – Wenn die Nerven blank liegen

Dass die Nerven ab und zu blank liegen und die Eltern Wut auf ihre Kinder haben, sie anschreien und vielleicht auch mal grob werden, ist ein weit verbreitetes Thema und dennoch oft tabu, weil die Eltern voller Schuldgefühle sind.

Wut ist ein Warnsignal

Wut ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil: sie ist sehr wichtig. Der richtige Umgang mit der Wut ist aber ganz wesentlich! Wut ist eine Emotion, die Energie frei setzt (Stressreaktion), um in einer für uns nicht stimmigen Situation reagieren zu können. Wut sollte daher als Warnsignal genutzt werden, damit wir etwas verändern können. Mahatma Gandhi behauptet deshalb sogar, dass Wut ein Geschenk sei, wenn man sie richtig zu nutzen weiss.

Weshalb wir in der Wut nicht mehr vernünftig denken können

Aus der Evolutionsbiologie weiss man, dass wir in Stress-Situationen (Alarmbereitschaft des Körpers in Gefahrensituationen) mit Angriff, Rückzug oder Totstellen reagieren. Der Reflex muss in der Gefahr so schnell sein, dass das Gehirn, den “Umweg” über den Frontallappen zur Situationsanalyse weglässt. Das erklärt auch, weshalb wir in der Wut plötzlich nicht mehr fähig sind, “vernünftig” zu reagieren. Wir werden sofort emotional, bisweilen verletzend oder beschämend (siehe Blogartikel: Wortgewalt).

“In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz.”

Dalai Lama

Das Verhalten des Kindes ist nicht Ursache unserer Wut

Veränderung ist nicht möglich, solange wir die Ursache unserer Wut in der Handlung des Gegenübers suchen. Das Verhalten des Gegenübers ist nur Auslöser. Wütend macht uns, aus Sicht der GfK (Gewaltfreie Kommunikation), unsere Bewertung der Handlung, unser Urteil. Und hinter jeder Bewertung liegt ein unerfülltes Bedürfnis…

Jedem seine Bedürfnisse

Nun ist es aber so, dass nicht jede Person dieselben Bedürfnisse hat. Unterschiedliche Lebensgeschichten, bringen unterschiedliche Lebensstile hervor und somit auch unterschiedliche Wahrnehmungen, unterschiedliche Bedürfnisse und Erwartungen. So kann es mich zum Beispiel wütend machen, dass meine Tochter mit den Augen rollt, wenn ich ihr was sage, und mein Mann findet das gar nicht tragisch. Mein unerfülltes Bedürfnis wäre in diesem Fall “Respekt” oder “Wertschätzung”.Alternativen zu Schimpfen, Drohen und Bestrafen Ich will mehr wissen!Unter Stress sind wir wutanfälliger Wut ist eine Veränderungsenergie und sollte als Barometer genutzt werden, wenn wir selber nicht merken, dass wir etwas für uns tun sollten. Denn wir sind vor allem dann dünnhäutig, wenn wir unter permanentem Stress stehen. Fälschlicherweise scheint uns das Problem oft nur dann lösbar, wenn der Stressor (der Umstand) wegfällt. Unter Stressoren versteht man zum Beispiel: Krankheit, Schlafmangel, Zeitdruck, streitende/trödelnde Kinder, Konflikte, etc. Es lässt sich tatsächlich auf der Stressoren-Ebene einiges machen (instrumentelle Stressbewältigung): zum Beispiel Entlastung organisieren, Prioritäten setzen, Erziehungstools anwenden. Doch in manchen Fällen kann auf dieser Ebene kaum angesetzt werden, denn es gibt immer wieder Situationen, die mit unserer eigenen Einstellung zu tun haben: Man spricht dann von Stressverstärkern.

Selbstgemachter Stress

Unsere Einstellung zu Dingen zeigt, weshalb wir in ähnlichen Situationen so unterschiedlich reagieren. Wenn mir Ordnung sehr wichtig ist, nervt es mich viel schneller, dass die Kleider auf dem Boden herumliegen, statt im Wäschekorb. Wenn ich das Gefühl habe, alles perfekt oder selber machen zu müssen, damit es auch wirklich gut kommt oder, wenn es mich kümmert, was Andere von mir denken, kann ich mir das Leben wirklich schwer machen. Stressregulierung geschieht demnach nicht nur durch Timemanagement oder Entspannungsverfahren (beides ist zwar sehr wichtig), sondern muss auch auf der Bedürfnisebene und den sabotierenden Glaubenssätzen hin geklärt werden. Doch frage Dich auch immer wieder, was Dir gut tut und, wo Du Dir Zeitinseln schaffen kannst, um ab und zu aufzutanken.

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Dass die Nerven ab und zu blank liegen und die Eltern Wut auf ihre Kinder haben, sie anschreien und vielleicht auch einmal grob werden, ist ein weit verbreitetes Thema und dennoch oft tabu, weil die Eltern voller Schuldgefühle sind.

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Was, wenn der Kragen trotzdem mal platzt?

Hilfreich ist es, in explosiven Momenten, Distanz zu schaffen, durchzuatmen oder auf 10 zu zählen. Wenn die Kinder grösser sind und alleine zu Hause bleiben können, hilft es auch, raus zu gehen und sich körperlich zu betätigen, um den Druck abzubauen. Ich kann in meiner Wut sehr wohl dem Kind sagen: „Weisst Du was, ich bin gerade sehr wütend / das macht mich jetzt total sauer, ich muss mich erst mal beruhigen – lass uns das später in Ruhe besprechen.“ (Vorsicht! Nicht: “Du machst mich wütend!”).

In der Wut ist Erziehung nie konstruktiv

In der Wut, sagen wir oft Dinge, die uns nachträglich leid tun. Deshalb sollten wir uns erst beruhigen, bevor wir Probleme angehen. Wenn alle beruhigt sind, lassen sich mit den Kindern ganz wunderbar gemeinsame Lösungen finden.

“Schmiede das Eisen, wenn es kalt ist.”

Haim Omer

Umgekehrt lohnt es sich auch, den Kindern Zeit zu geben, wenn sie selber mal wütend sind. Denn wenn wir sie in ihrer Wut ansprechen und ihre Kooperation verlangen, prallen unsere Worte einfach an ihrem „Wutpanzer“ ab. Die Worte kommen überhaupt nicht an. Es hilft aber sehr, die Emotion der Kinder wahrzunehmen und durch aktives Zuhören zu spiegeln. „Ich seh, du bist gerade sehr wütend.“ Dieses Ernst-Nehmen und Wahrnehmen des Gegenübers wirkt meistens sehr schnell deeskalierend, und der Ton besänftigt sich relativ rasch.

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Fazit: Tu dir etwas Gutes – den Kindern zuliebe

Wenn wir gestresst sind, sind wir dünnhäutiger und reagieren schneller mal wütend. Daher ist die Stressregulierung der Eltern für eine liebevoll-konsequente Erziehung besonders wichtig. Und sollten wir mal wütend sein, dann beruhigen wir uns erst einmal, damit wir wieder lösungsorientiert denken können. Schuldgefühle bringen nichts. Wir alle machen Fehler und sollen uns auch für unsere Fehler entschuldigen können – auch bei den Kindern. Wenn wir mit den Kindern verständnisvoller umgehen wollen, müssen wir damit beginnen, selber mit uns nachsichtig zu sein. Denn, wer zu hohe Erwartungen an sich stellt, setzt sich nicht nur selber unter Druck, sondern gibt diesen Druck auch weiter an die Kinder. (siehe Artikel: Unvollkommene Eltern – den eigenen Grenzen liebevoll begegnen).

Weiterführende Links und Bücher

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