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Wenn wir “Fülle” erleben, können wir GEBEN und mit dem Herzen HÖREN.

Wenn wir “Fülle” erleben, können wir GEBEN und mit dem Herzen HÖREN.

Wir leben in einer Zeit, in der der ständige Druck, die wachsenden Anforderungen und die Flut an Reizen uns oft überwältigen. Das Bewahren unserer inneren Ruhe wird zu einer echten Herausforderung. Und in diesem Trubel geht das Gefühl von Fülle und Zufriedenheit oft verloren.

Doch gerade wenn wir uns in einem Zustand der inneren Fülle befinden, haben wir die Fähigkeit, wahrhaftig zu geben. Dies geht weit über materielle Gaben hinaus. Es bedeutet, Verständnis, Empathie und Liebe zu schenken.

Eltern und Lehrkräfte am Limit

Wenn wir uns leer fühlen, fällt es uns schwer, anderen gleichwertig, ermutigend und empathisch zu begegnen. Sind wir selbst auf der Suche nach Verständnis und Mitgefühl, können wir diese Gefühle oft nicht an andere weitergeben. Dies wirkt sich auf unsere Beziehungen, unsere Arbeit und unsere Weltsicht aus.

Besonders deutlich wird dies im Verhältnis zwischen Eltern oder Lehrpersonen und ihren Kindern oder Schülern. Sind Eltern oder Lehrkräfte gestresst, erschöpft oder überfordert, fällt es ihnen schwerer, ihren Kindern oder Schülern auf Augenhöhe und mit Verständnis zu begegnen. In solchen Momenten sind sie selbst auf der Suche nach Verständnis und Empathie.

Das tiefe Bedürfnis hinter dem Verhalten erkennen

In solchen schwierigen Zeiten neigen wir dazu, das Verhalten von Kindern als störend oder problematisch zu betrachten, ohne zu erkennen, dass oft ein tieferes Bedürfnis dahintersteckt. Das Kind, das ständig unterbricht, sucht vielleicht Aufmerksamkeit und Verständnis. Das Kind, das rebelliert, könnte nach Grenzen oder Bestätigung suchen.

In diesen Momenten tendieren wir dazu, vorschnell zu urteilen, anstatt lösungsorientiert zu denken. Unser Blick wird dann getrübt und wir sehen nur das problematische Verhalten, nicht das zugrundeliegende Bedürfnis.

Selbstfürsorge – mehr als ein Trend

Thich Nhat Hanh, ein bekannter Zen-Meister, drückt dies treffend aus:

“Wenn wir keinen inneren Frieden haben, wenn wir uns nicht wohl in unserer Haut fühlen, können wir unsere Kinder nicht wirklich gut erziehen. Wenn wir gut für unsere Kinder sorgen wollen, müssen wir gut für uns selber sorgen.”

Die Botschaft ist klar: Selbstfürsorge ist nicht nur ein Trend oder ein nettes Konzept für Wellness-Retreats. Es ist eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Miteinander. Wenn wir uns selbst nicht verstehen, lieben und umsorgen, wie können wir dann erwarten, dass wir andere verstehen, lieben und umsorgen?

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In der Fülle leben

Es geht nicht um Egoismus oder das Sich-selbst-in-den-Vordergrund-Stellen. Vielmehr geht es darum, sich selbst so zu erfüllen, dass man aus dieser Fülle heraus handeln und mit anderen interagieren kann. Das ermöglicht uns, wirklich mit dem Herzen zu hören.

Wenn wir also das nächste Mal vor der Herausforderung stehen, jemandem Verständnis und Empathie entgegenzubringen, sollten wir kurz innehalten und uns selbst reflektieren. Wir sollten uns fragen: “Warum ärgere ich mich über die andere Person? Hat es vielleicht nichts mit ihr zu tun, sondern mit meinem eigenen Stresslevel oder meinen inneren Bedürfnissen?” Indem wir uns bewusst mit unseren eigenen Gefühlen und Bedürfnissen auseinandersetzen, können wir besser verstehen, warum wir reagieren, wie wir es tun.

Es ist wichtig, sich selbst zu fragen: “Bin ich gerade erfüllt/in der Balance oder fühle ich mich leer und unter Druck?” und “Was kann ich Gutes für mich tun, um wieder in einen erfüllten Zustand zu gelangen?” Denn nur wenn wir uns in einem Zustand der Fülle befinden, sind wir in der Lage, mit dem Herzen zuzuhören und echte Empathie für andere zu empfinden. (Es hat also viel weniger mit der anderen Person zu tun, als wir glauben). Diese Selbstreflexion kann dazu beitragen, Konflikte zu minimieren und unsere zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern, indem wir uns bewusst sind, wie unsere eigenen Gefühle und Bedürfnisse unsere Interaktionen beeinflussen.

In der Fülle zu sein bedeutet, sich selbst zu kennen und zu pflegen. Es bedeutet, die Fähigkeit zu haben, anderen die gleiche Fürsorge und das gleiche Verständnis zu zeigen. Dies ist der Schlüssel zu echter Empathie, echter Kommunikation und letztendlich für eine wertschätzende Gemeinschaft.